Zwei Chancen für den 1. Eindruck

GDIC Business Knigge

Wenn Sie bei Ihrem Gegenüber einen guten ersten Eindruck hinterlassen wollen, ist die Verpackung wichtiger als der Inhalt – auch wenn die Kopfmenschen unter uns das gar nicht so gern hören mögen. Was die zu sagen haben, soll nach einer viel zitierten Studie nämlich nur mit schmalen sieben Prozent ins Gewicht fallen. Doch womit kann man es in jedem Fall schaffen, sich ganz tief in die Erinnerung seiner Gesprächspartner einzugraben?

Seit den ersten Begegnungen unserer Vorfahren im Neandertal ist das Gehirn auf blitzschnelle Einschätzungen programmiert. Wer nicht mit einer Keule in die ewigen Jagdgründe geschickt werden wollte, musste in Sekundenbruchteilen beurteilen, ob sein Gegenüber als Freund oder als Feind gekommen war. Auch wenn dieser erste Eindruck in der heutigen Geschäftswelt nicht mehr so überlebenswichtig ist, messen wir ihm noch immer und ganz automatisch die gleiche Bedeutung bei.

  • Platz 4 für den Duft
    Parfum und Körpergeruch haben die im Vergleich geringste Bedeutung. Das gilt zumindest so lange, wie Sie die für den Erstkontakt weiter unten empfohlene Distanz einhalten. Im westlichen Kontext ist „weniger = mehr“. In einigen Regionen Asiens und des mittleren Ostens wird gern „ordentlich“ aufgelegt.
  • Platz 3 für die Sprache
    Eine Stimme kann sowohl angenehm kribbeln, als auch Fluchtgedanken auslösen. Sofern sie nicht extrem von der Norm abweichen, bleiben Tonfall, Modulation, Lautstärke, Dialekt und Wortwahl aber vergleichsweise unwichtig.
  • Platz 2 für die Kleidung
    Auch wenn Qualität, Stilrichtung, Passform und Farben eine Rolle spielen, landet man mit dem figurbetonten Kostüm oder dem Markenanzug nicht zwangsläufig ganz oben auf der Beliebtheitsskala, denn da wäre noch:
  • Platz 1 für die Körpersprache
    Mimik und Gestik, aber auch Ihre Körperhaltung, Ihre Art zu gehen oder sich zu bewegen und nicht zuletzt Ihr Distanzverhalten sind das wichtigste Beurteilungskriterium. Kurz gesagt: Ihr Körper spricht immer!

Vor den Tipps noch ein Beispiel: Macht ein Mitarbeiter zwei Fehler im Sommer, führt das am Jahresende seltener zu einer negativen Beurteilung. Passieren ihm die Fehler aber im Januar und Dezember, sieht das völlig anders aus. Konzentrieren Sie sich also bei jedem Kennenlerenen vor allem auf den ersten und den letzten Eindruck – und das geht so:

  • Halten Sie Blickkontakt
    Signalisieren Sie Interesse – aber bitte ohne Ihr Gegenüber minutenlang anzustarren. Benutzen Sie ihre Gesichtsmuskeln um zu zeigen zeigen, dass Sie dem Gespräch mit Interesse folgen. Das kann man vor dem Spiegel üben.
  • Seien Sie authentisch
    Lächeln Sie, wenn es etwas zu lächeln gibt oder runzeln die Stirn, wenn Unglaubliches erzählt wird. Nur wenn Sie diese körpersprachlichen Aussagen zulassen, kommen sie unverfälscht rüber. Gesten zu trainieren oder zu unterdrücken wirkt dagegen unnatürlich.
  • Sitzen Sie gerade
    Aufrecht zu stehen, zu gehen und zu sitzen strahlt Selbstsicherheit und Überzeugungskraft aus. Breitbeinig im Sessel zu hocken lässt dagegen jeden Mann und jede Frau unhöflich und arrogant erscheinen.
  • Behalten Sie Abstand
    Jedermann hat ein Distanzbedürfnis – vor allem gegenüber Fremden. Ein Meter ist im normalen Dialog in Ordnung. Unterhalb von 50 Zentimetern droht heftiger Punkteabzug wegen Respektlosigkeit.
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  • Zeigen Sie Wertschätzung
    Rennen Sie nicht voraus, so dern lassen Ihrem neuen Kontakt den Vortritt – ohne krampfhaft höflich sein zu wollen. Die Tür aufzuhalten oder sich erst als Zweiter den Zuckerstreuer zu nehmen drückt Wertschätzung aus, ohne unterwürfig zu wirken.

Und jetzt noch der wichtigste Tipp: Mit den Kommunikationstrainings bei GDIC können Sie sich auf alle erdenklichen Gesprächssituationen gezielt vorbereiten.