Ich und der Esel

„Der Esel nennt sich selbst zuerst“ – so kennen es viele vielleicht noch aus der Schulzeit. Einen Brief mit dem Wort „ich“ zu beginnen war ein absolutes No-Go. 

Heute sieht man das - wie so vieles - nicht mehr so eng. Erst recht nicht, wenn der Verzicht auf den „Ich-Einstieg“ zu umständlich gekünstelten und verschrobenen Satzkonstruktionen führt. 

Heute gilt „Authentizität vor falscher Bescheidenheit“. Schreiben Sie so, wie sie es auch im Gespräch formulieren würden. Allerdings bedeutet das im Umkehrschluss nicht, dass die „Ich-Eröffnung“ nun der letzte Schrei für den Einstieg in die Korrespondenz ist. Bei Schreiben an Fremde oder Personen, zu denen Sie ein bewusst distanziertes Verhältnis pflegen, sollten Sie nach wie vor auf diesen Einstieg verzichten. Besser ist hier das „Sie“ oder ein „vielen Dank“ für den ersten Satz.

Also - bleiben Sie sich treu. Verzichten Sie auf Formulierungen, die Sie so im Gespräch nicht verwenden würden und auch auf komplizierte, verwobene Satzkonstruktionen.