Versprecher

Unter Handwerkern heißt es: „nach ganz fest kommt ganz lose“. Wenn man etwas besonders richtig machen will, wird es manchmal ganz besonders falsch. Das kann dann sehr lustig werden, etwa bei der Aussprache mancher Speisen und Getränke.

Uns Deutschen fällt es besonders schwer, den Gegenüber nicht auf einen Fehler aufmerksam zu machen. Nicht, wie von den europäischen Nachbarn gerne behauptet, weil wir unbedingt zeigen wollen, dass wir es besser können. Vielmehr wollen wir helfen es besser zu machen – es ist quasi eine besondere Art der Hilfsbereitschafft. Ist doch so, oder?Die Liste möglicher Versprecher ist lang. 

Latte mattschiato und Latte matschato
Der Latte macchiato spricht sich nicht wie Cappuccino. Der Unterschied ist das „h“ zwischen „c“ und „i“ und das macht aus dem „tschi“ des Cappuccino ein echtes, hartes, deutsches „k“.
Richtig ausgesprochen heiße es: Latte makkiato

Gnotschi und Knocki
Gnocchi  - die Aussprache des "ch" vor einem "i" wurde schon geklärt, siehe oben. Im Italienischen ergeben die Buchstaben "g" und "n" zusammen einen Laut, der wie "nj" in Banjo klingt. Übrigens ist Gnocchi bereits der Plural, niemand serviert die kleinen Knödel einzeln, das wäre dann ein Gnocco. Knockis ist also doppelt falsch.
Richtig wird es so ausgesprochen: Njokki

Prosätscho
Prosecco - ein Klassiker, bei dem die bewusst falsche Aussprache bei jeder Party zum guten Ton gehört. Im Italienischen spricht man ein "c" vor einem "o" als "k" aus. Wer dabei möglichst italienisch klingen möchte, schenkt dem Wort ein rollendes "r" und ein scharfes "s". Der Duden meint übrigens, dass Prosecco inzwischen so weit eingedeutscht ist, dass man auch Proseccos sagen könnte, ohne sich zu blamieren. Korrekt wäre Prosecchi - Ihre Wahl.
Richtig wird es so ausgesprochen: Pro-ssekko
Und Pro-sekki (oder eben Pro-ssekkos)

Expresso
Espresso  - noch so ein Klassiker, gerne auch in den Varianten "zwei Expressis" oder "zwei Expressos" verwendet. Verbannen wir das "x" und ersetzen es durch ein "s". Espresso, schon besser. Sie können auch "un caffè" bestellen und bekommen trotzdem einen Espresso. Das ist die gängigere Bezeichnung beim Profi-Italiener.
Richtig wird es so ausgesprochen: Ess-presso

Schiabatta oder Tschiabatta
Ciabatta  - ja, nicht nur die deutsche Sprache hat so ihre Tücken. Das „Ci“ zu Beginn wird gesprochen wie in "ciao", das nicht "tschiao", sondern "tschau" gesprochen wird.
Richtig wird es so ausgesprochen: Tscha-batta

Tackliatelle
Tolle Nudeln, diese Tagliatelle. Bei der Aussprache bitte alles Kantige weglassen, denn das "g" wird ganz weich, wenn es sich an ein "l" schmiegt. Genau genommen verschwindet es. Ein "g" und ein "l" ergeben zusammen den Klang "lj".
Richtig wird es so ausgesprochen:Talja-telle